Hauptgruppe V - Energie Wien
Die EU-weite Liberalisierung des Strommarktes bringt gravierende Veränderungen mit sich. Heinz Kollinger Vorsitzender der HG 5, weiß um die Notwendigkeit effizienter Gewerkschaftsarbeit in Umbruchzeiten.
Nach EU-Richtlinie ist Strom eine Ware wie jede andere und somit den Gesetzen des freien Marktes zu unterstellen. Das staatliche Monopol auf Stromerzeugung gehört also auch in Österreich der Vergangenheit an und es wird eifrig in Richtung freier Markt umgerüstet.
Die "Energie Wien GmbH" steht bereits seit längerem als Teilbetrieb der "Wiener Stadtwerke (WStW) Holding AG" im Firmenbuch. Für die Mitarbeiter kam es dank eines Personalübereinkommens mit der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) vorerst zu keinen Veränderungen in den bestehenden Dienstverträgen und Sozialleistungen. Die GdG konnte einen guten Kollektivvertrag aushandeln.
Internationale Konkurrenz
"Die Situation ist natürlich nicht ganz einfach. Einerseits wurde das Unternehmen vom Eigentümer in den freien Wettbewerb geschickt, andererseits haben wir, was zum Beispiel die hohen Umweltschutzauflagen betrifft, längst nicht dieselben Voraussetzungen wie andere Anbieter", weiß Kollinger.
Billigstrom-Produzenten aus dem Ausland drängen entsprechend massiv auf den heimischen Markt. Seit 2001 können auch Privathaushalte zwischen verschiedenen Stromanbietern wählen. "Franzosen, die vorwiegend Atomstrom erzeugen, haben sich bereits in der Steiermark eingekauft. Der Strom hat eben kein Mascherl, egal, wo und wie er erzeugt wird", beklagt Kollinger. Auf ethische Grundsätze darf man auf dem freien Markt wohl kaum hoffen. Ein Einbruch in der heimischen Stromerzeugung würde aber viele Arbeitsplätze akut gefährden. KollegInnen dürfen jedoch nicht Opfer der Liberalisierung werden. Um die Konkurrenzfähigkeit des Betriebes zu garantieren, muss zwar der Personalstand reduziert werden, die Gewerkschaft besteht auf "natürlichen Abgängen" durch Pensionierungen und Sonderlösungen für Frühabgänger.
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