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Hauptgruppe III - Wasserwerke, Friedhöfe, Bäder, Stadtreinigung und Fuhrpark, einschließlich des Dienstkraftwagenbetriebes
Unsere Devise: Leben fürs Leben
Manche ihrer Kollegen werden beneidet, weil ihre Arbeitsbekleidung das strahlend weiße Badewaschl-Gwandl ist, andere weniger, weil sie sich durch die Gefilde wienerischer Zurücklassungen buddeln oder Platz für das Ende des letzten Weges schaffen müssen. Der Gewerkschaft und Personalvertretung der Hauptgruppe III ist nichts Menschliches fremd.
Sie können sich meist nicht im Licht der öffentlichen Begeisterung sonnen, auch wenn sie unter der strahlenden Sommersonne fast zerrinnen. Oder sich im Winter mit ihrer schweren Last durch sorgsam aufgeschichtete Schneeberge quälen. Die Müllabfuhr der Bundeshauptstadt und der Winterdienst funktionieren tadellos und ganz unspektakulär. Klar, dass die Reste dessen, was man aus den Supermarktregalen heimgekarrt hat, "irgendwie" verschwinden. Aber bitte pünktlich. Denn schließlich will man sich danach richten können. Und verlässlich. Was würde man denn mit dem Krempel machen, sollten die Burschen in der orangen Kluft einmal nicht auftauchen? Oder wie würden Donauinsel und Christkindlmarkt nach den Großveranstaltungen aussehen?
Die Arbeit der Wiener Gemeindebediensteten wird natürlich immer als selbstverständlich genommen. Was sie leisten, fiele erst dann wirklich auf, sollten sie einmal nicht pünktlich zur Stelle sein. Und das wurde ja auch schon ausprobiert: Die Altpapiersammlung, einst ausgelagert an private Unternehmer, ist dort jämmerlich gescheitert und wird jetzt von den städtischen Bediensteten professionell erledigt, weiß Wolfgang Täubl, Vorsitzender der Hauptgruppe III.
Anders als in anderen Bundesländern, wo man teilweise kuriose Erfahrungen sammeln musste, ist die Privatisierung der Wiener Müllbeseitigung kein Thema. Darin sind sich Gewerkschaft und Dienstgeber - nach kurzen Missverständnissen zu Silvester 2005 - einig. Ähnlich wie beim Versuch, städtische Bäder vielleicht Privaten zu überlassen.
Ein privater Betreiber wollte zeigen, dass er um einen Pappenstiel genauso viel schafft wie die scheinbar überzogen kostenintensiven städtischen Pritschelzentren. Als er es nicht schaffte und in die Börseln der Badegäste greifen wollte, musste die Stadt einspringen, um die Differenz zwischen tatsächlichen und sozial verträglichen Kosten abzufedern, erzählt Wolfgang Jelinek, Vorsitzender-Stellvertreter der Hauptgruppe III. Sie sind stolz darauf, dass sie es mit der Bäderhygiene besonders genau nehmen und am Beckenrand im Badedress nur ausgebildete Schwimmlehrer die Badegäste im wachsamen Auge behalten.
Etliche gewichtige Brocken warten noch oder wurden gerade in letzter Zeit von der neuen Regierung über die ArbeitnehmerInnen geschüttet. Steinmetze, Gräber-Graber oder die Leute von der Müllabfuhr rackern täglich mit schwerstem Körpereinsatz.
Wenn sie ausgemergelt sind und ihre Knochen die Strapazen nicht mehr aushalten, will sie der Gesetzgeber bis zum Umfallen auspowern. Schwarz-blauer Weg zur Verkürzung von Pensionszeiten? Aber was soll man schon erwarten, wenn das Arbeitsministerium im Wirtschaftsministerium aufgeht? Ulreich: "Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht."
Wien ist erfreulicherweise anders. Die Forderungen nach Modernisierungen und technischen Arbeitserleichterungen konnten beim Dienstgeber Verständnis gewinnen - und das, obwohl durchaus beachtliche Mittel lockergemacht werden mussten und weitere Kosten für Schutz und Gesundheit der ArbeitnehmerInnen entstehen.
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