Nulllohnrundenrechner ist da!
Es wird ein heißer Herbst, denn in einzelnen Gewerkschaften stehen Lohnverhandlungen an. Überschattet werden diese von drohenden Nulllohnrunden. Im Sommer wurden Stimmen laut, dass es wegen der Krise und der dadurch entstehenden Schulden Nulllohnrunden für die Beamtinnen und Beamten geben wird. ÖGB-Präsident Erich Foglar lehnte diese Ankündigungen umgehend ab: Solche Vorhaben ohne Verhandlungen kundzutun sei absolut schlechter Stil. Fritz Neugebauer, Chef der Beamtengewerkschaft GÖD, kritisierte, das könnte man den Beschäftigten nicht so "vor den Latz knallen". Rainer Wimmer, geschäftsführender Vorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung, kündigte an, dass die Gewerkschaften scharf darauf achten werden, dass man zur Krisenbewältigung "nicht den Rotstift bei den Einkommen der ArbeitnehmerInnen ansetzt".
Seit 8. September 2009 ist daher der ÖGB-Nulllohnrundenrechner online. Denn auch wenn es einigermaßen "annehmbar" klingt, einmal auf zwei Prozent zu verzichten - die Auswirkungen auf das weitere Arbeitsleben sind nicht zu unterschätzen!
> Hier geht es zum Nulllohnrundenrechner
Krise nicht verschlimmern
In schwierigen Zeiten werden auch die Lohnverhandlungen härter. Gegen allzu große Bescheidenheit oder Nulllohnrunden gibt es aber handfeste Argumente. Die Gewerkschaften haben bei denjährlichen Lohn- und Gehaltsverhandlungen nie das Blaue vom Himmel verlangt, sondern immer angemessen verhandelt. Angemessen heißt, dass die Kaufkraft und der Lebensstandard der Beschäftigten erhalten und ausgebaut werden, und dass auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesichert ist.
Bei den Einkommen der Beschäftigten zu sparen, wenn das Geld knapp ist, scheint am einfachsten, ist auf Dauer allerdings auch volkswirtschaftlich nicht zielführend. "Mit Lohnverzicht käme eine Abwärtsspirale in Gang, die am Ende der gesamten Wirtschaft schadet", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar. "Dann haben die Menschen weniger Geld, die Firmen bleiben auf ihren Produkten sitzen, müssen Beschäftigte abbauen oder niedrigere Löhne und Gehälter bezahlen. Das Geld fehlt dann wieder beim Konsum, die Firmen
investieren weniger oder gar nicht, und in weiterer Folge kommt es zu weiteren Arbeitsplatzverlusten - diese Spirale führt dann geradewegs ins Desaster."
Wäre falsches Signal
ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser ist zum Thema Lohnverzicht ebenfalls sehr klar: "Forderungen nach Nulllohnrunden wird der ÖGB eine klare Absage erteilen." "Lohnverzicht wäre das völlig falsche Signal", sagt auch ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl."Die Kaufkraft muss durch Lohnrunden gestärkt werden, dazu sind Lohnrunden da."
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